Samstag, 9. Mai 2015

Guerilla Knitting

Gestern war ich in Maastricht. Ich liebe Maastricht! Und seit gestern noch mehr, da wir dort eine Stadtführung gemacht und viele kleine, schöne Nebenstraßen kennengelernt haben. Auf dem Markt dort soll es auch Stoffstände gegeben haben - zum Glück hatte ich sie nicht gesehen ;)

Was ich dort noch gesehen hatte, war Guerilla Knitting....allerdings, wie ich fand, sehr dilettantisch. Ich frage mich ohnehin oft, wie die Stricker/innen es schaffen, die Wollstücke zu installieren. In Maastricht scheint die Angst sehr groß, erwischt zu werden, denn oft waren die Strickstücke, die ohnehin nicht besonders groß waren, nur halb befestigt. (Auf dem Foto unten ein Beispiel, es hingen noch weitere Stücke an diversen Laternen, aber immer nur so halb.)

Guerilla Knitting in Maastricht

Richtig schöne Stücke habe ich auf der LGS in Zülpich und im Hafen von Duisburg gesehen. Wobei auf der LGS eher die Größe beeindruckte, während mich im Hafen die filigrane Ausarbeitung faszinierte.

Guerilla Knitting DU-Hafen

Guerilla Knitting DU-Hafen

Guerilla Knitting Zülpich
Mich fasziniert ohnehin diese Art des Handarbeitens und ich fände es eine total schwere Übung zum Thema loslassen, denn sorgsam gearbeitete Stücke werden über diese Art permanent in Gefahr gebracht auf übelste Weise entsorgt zu werden. Da hätte ich schon Schwierigkeiten mit.


P.S.: Bin gerade dabei mich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen und habe dazu diese interessante Erklärung gefunden. Demnach haben die Projekte manchmal auch politische Aussagen. Wobei es auch manchmal nur um einfache Verschönerungen geht, wie z. B. bei dieser Gruppe zur Zeit eine Baustellenverschönerung im Vordergrund steht. Alles in allem soll es weibliches Graffiti darstellen und "männliche" Konstruktionen etwas weicher und bunter erscheinen lassen. Im Gegensatz zu "männlicher" Graffiti (Häuser besprayen ist tatsächlich eine eher männliche Domäne), zerstört die Form der weiblichen Graffiti nicht das Ursprungobjekt. Irgendwie scheint diese Einteilung wirlich irgendwie zu passen: Das Männliche versucht sich bleibend und nachhaltig zu verankern und das Weibliche strickt drumrum und kann mit einem Scherenschnitt entfernt werden..... Aber irgendwie finde ich den Gedanken gut, dass mit weiblichen Handarbeiten so offensiv an die Öffentlichkeit gegangen wird und ganze Bäume, ja sogar Panzer einfach eingestrickt werden. Ein Hoch auf die Handarbeiten!

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