Sonntag, 19. Juni 2016

Sommer-Rock-Sew-Along: Aufnäher, Abnäher und Schlitz

Heute geht es beim Sommer-Rock-Sew-Along bei MMM um Details, Details, Details. In diesem Zusammenhang stellen uns Meike und Lucy Taschen und Säume vor. Sehr interessant und hilfreich!

Bisher beherrsche ich nur eine Saumart und ich denke (hoffe), dass meine zwei Röcke damit auskommen werden. Auch Taschen sind in meinen Röcken nicht vorgesehen. Ich gehöre zu der Fraktion: "Taschen lieber nicht, da sie zu sehr auftragen." (Das heißt aber nicht, dass ich sie auf ewig ausschließen möchte.)

Meine Details sind anderer Natur: Aufnäher, Abnäher und Schlitz.

Aufnäher


Für mein Rockmodell aus der Fashion Style 04/2016 wollte ich ursprünglich vorhandene Aufnäher nehmen. Diese Aufnäher hätte ich zaghaft mit der Hand aufgenäht, um die Haptik nicht zu ruinieren.

Leider fand ich keinen Stoff, der zu den Aufnähern passte und die Suche nach einer Alternative begann. Dann kam mir die Idee, eigene Motive zu applizieren.

Die meisten Anleitungen, die ich dazu im Internet fand, sind mit Stickvlies gearbeitet. Das hat den Vorteil, dass die ganze Applikation sehr schön auf dem Stoffstück aufliegt. Nachteil ist, dass Stickvlies nicht gerade billig und auch nicht immer zur Hand ist. In meinem letzten Post erzählte ich euch bereits, dass ich sehr von meiner Oma geprägt wurde, die sehr sparsam mit allem umging und da dachte ich, dass ich ihr zu Ehren heute einmal zeige, wie meine Oma appliziert hat.

Zunächst schneidete ich ein Motiv aus und platzierte es auf die vorgesehende Stelle (da ich mit meinem eigentlichen Rock noch nicht soweit bin, hält hier mein Proberock dafür her; dann ist für Euch die Überraschung am Finaltag etwas größer ;) ). Dann hatte ich das Motiv mit großen Stichen per Hand angeheftet, so dass er überall schön plan auflag.

Im Anschluss habe ich das Motiv mit einem Geradestich ganz nah am Rand festgenäht und dann mit einem engen Zick-Zack-Stich über den Geradestich gesteppt. Fertig.



Man braucht nicht darauf zu achten, ob ein Teil spiegelverkehrt gearbeit werden muss (bei a-symetrischen Teilen), kein Bügeleisen anschmeißen, nichts. Auf jeden Fall sollten die Stoffe vorher gewaschen sein, denn diese Art der Applikation birgt die Gefahr in sich, dass die Teile unterschiedlich einlaufen und dann wird alles krum und schief.

Abnäher


Einen Abnäher zu nähen ist nach meinem Empfinden keine große Kunst. Wichtig ist, dass man immer an einer breiten Stelle anfängt und die Naht zur Spitze hin auslaufen lässt und niemals verriegelt, sondern zum Rand ausnäht.


Viel komplizierter ist das Abnehmen von Abnähern. Dafür gibt es unglaublich viele Methoden. Im Internet habe ich vier gefunden (hier ein Link mit allen im Überblick). Ich verwende eine weitere. Ich weiß nicht, ob ich sie mir mal irgendwo abgesehen oder gar selbst entwickelt habe, aber nachdem ich all anderen Varianten ausprobiert habe, bin ich immer wieder zu ihr zurück gekommen, weil sie (für mich) so simple ist. Voraussetzung ist, dass es sich um gerade Abnäher handelt. Sobald eine Kurve vorkommt, greife auch ich zu einem der vier in dem Link vorgestellten (kommt aber äußerst selten vor).

Zunächst markiere ich die Enden des Abnähers in der Nahtzugabe, dann stecke ich einfach von hinten an den Spitzen der Abnäher Stecknadeln durch den Stoff, nehme den Schnitt runter und verbinde die Eckpunkte mit einem Lineal. Fertig.




Auf der Rückseite lege ich das Schnittmuster noch einmal zur Sicherheit auf den Stoff und überprüfe, ob die Stecknadelköpfe richtig liegen (manchmal sticht man die Stecknadel nicht ganz gerade von hinten nach vorne durch) und korrigiere ggf. die Lage. Dann verbinde ich auch da die Eckpunkte miteinander und fertig ist die Abnahme.

Schlitz


In meinem letzten (Muster)-Kleid war kein Schlitz vorgesehen, also habe ich auch keinen genäht und war froh darüber, denn in meinem Kleid davor waren zwei vorgesehen und so kompliziert erklärt, dass ich dachte: "Nie wieder Schlitz." Bei meinem Proberock lief das so einfach, dass ich dachte: "Wow, ich mache jetzt nur noch Röcke und Kleider mit Schlitz." Denn ich bin ein Schlitz-Fan! Schlitze wirken sexy und geben auch oft noch ein Stück mehr Bewegungsfreiheit. Hier die wunderbare Anleitung, der ich gefolgt bin. Um in Röcke und Kleider, die keinen Schlitz haben, einen einzubauen, muss man einfach den Schnitt an der rückwertigen Mittelnaht (so fern vorhanden; ist leider nicht immer gegeben) um ein kleines Rechteck erweitern.


Zwischenstand


Leider bin ich noch nicht so weit, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber ich konnte bereits den zweiten Rock probenähen und er ist nicht so weit ausgestellt, wie ich es anfangs befürchtete. Vermutlich deshalb, weil ich ihn eine Nummer kleiner, als ich normal trage, zugeschnitten und dann noch mal an jeder Seite ca. 0,3 cm abgenommen hatte. Nun hoffe ich, dass ich nächste Woche mehr Zeit finde, um beide Röcke in den dafür vorgesehenden Stoffen nähen zu können.

Hier der Proberock.


Und hier geht es zu den anderen Teilnehmerinnen und ihren tollen Röcken.


So sieht der Terminplan des Sommer-Rock-Sew-Alongs aus:
(MMM-Link - meine Links)
05.06.2016 - Inspiration, Schnitte und Materialien
12.06.2016 - Es geht auch ganz einfach: Sybilles "Ein Tag ein Rock-Workshop"
19.06.2016 - Details, Details, Details - Rockbund, Taschen und Säume
26.06.2016 - Finale: Der Sommer und die Sommerferien können kommen!

Kommentare:

  1. Danke für die wertvollen Ergänzungen. Ja, es gibt noch ne Menge mehr Details, als Säume oder Taschen!

    AntwortenLöschen
  2. Finde die Applikations-Idee super, die gibt dem ansonsten schlichten Rock einen echten Hingucker. Gruß

    AntwortenLöschen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an den Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google. Die Kommentare erscheinen erst nach meiner Freischaltung.